Arzneimittelpflanze - Knoblauch

Knoblauch-Zauberin für Genuss und Körper

Knoblauch-Zauberin für Genuss und Körper

Viel ist schon geschrieben und berichtet worden über die Arzneimittelpflanze des Jahres 1989.

Was wurde dieser Knolle nicht alles schon für Wunderwirkungen nachgesagt: Krebsheilend, Verjüngung für den Körper, Verhinderung von Infarkten und Entzündungen. Seither überschwemmen Hunderte von Knoblauchpräparaten den Nahrungsergänzungsmittelmarkt und bringen den Herstellern Erträge in Millionenhöhe.

Aber was ist wirklich dran – an der scharf-duftenden Knolle? Bis in die Gegenwart werden immer wieder wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die die gesundheitlichen Vorzüge der weißen Zehen untersucht haben. Und nehmen wir diese unter die Lupe, stellen wir fest: es gibt tatsächlich spannende Ergebnisse – aber auch ernüchternde.

Knoblauch (Allium sativum) enthält verschiedene Schwefelverbindungen, die in diesem Zusammenhang bedeutsam sind. An vorderster Front steht das Allicin, welches auch das typische Knoblaucharoma ausmacht. Es ist unbestritten, dass dieser Stoff Bakterien zerstören kann und auch Viren bei der Vermehrung behindert. Und es ist daher durchaus legitim zu sagen, dass Knoblauch unser Immunsystem unterstützt und uns vor krankmachenden Bakterien schützt. Darüber hinaus existieren glaubhafte Hinweise, dass Allicin eine positive Wirkung auf die Insulinwirksamkeit hat und somit gerade für Diabetiker Typ 2 (sog. Altersdiabetes) interessant ist.

Da der Stoff im Körper und auch schon kurz nach dem Verzehr schnell abgebaut wird, ist ein regelmäßiger Konsum sinnvoll. Zwar sollte man Knoblauch demnach häufig essen, aber es reichen auch schon kleine Mengen des duftenden Gemüses. Da sich die positive Wirkung schon in extremen Verdünnungen zeigt, muss man also nicht ständig als wandelnde Duftwolke durch die Gegend laufen.

Die krebshemmende Wirkung ist jedoch noch nicht ausreichend belegt. Dieser positive Effekt ist eher dem zweiten interessanten Stoff zuzuschreiben, nämlich dem Diallyldisulfid (DADS). DADS ist eins der Abbauprodukte des Allicins. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die diesem „Stoff“ wirklich viel Positives für unseren Körper nachweisen. Man kann sagen, dass DADS „Doping für das Immunsystem“ ist. Zwar ist unser Körper sehr gut in der Lage mit schädlichen Giften oder Krankheitserregern umzugehen und besitzt dagegen auch eine Reihe an „Waffensystemen“, aber wenn DADS in den Körper gelangt werden diese extrem beschleunigt und effizienter.

Zellen werden geschützt, ganze Organe wie Leber, Darm und Nervensystem werden vor einer Schädigung durch radikale Sauerstoffatome (oder andere freie Radikale) geschützt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass DADS zu den effektivsten natürlichen Stoffen gehört, die Pilzerkrankungen im Körper verhindern, ja sogar die Heilung beschleunigen kann. Heute zweifelt auch kaum noch ein Wissenschaftler mehr daran, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass DADS und verschiedene weitere Abbauprodukte die Dickdarmkrebsentstehung verhindern kann.

Wenn man dem Knoblauch eine positive Wirkung auf die Entstehung von Arterienverkalkung und daraus folgenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zuschreibt, kommt man wieder zu dem bereits genannten DADS und seinen Abbauprodukten. Sie schützen die Blutgefäße vor Oxidation und können sogar teilweise bestehende Ablagerungen wieder rückgängig machen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere solcher „Wunderstoffe“ im Knoblauch und alle Untersuchungen sprechen in ihren Ergebnissen bisher die gleiche Sprache: es lohnt sich regelmäßig Knoblauch zu essen. Darum empfehle ich Knoblauch – möglichst häufig in der Küche einzusetzen!

Aber Vorsicht! Nun noch einige wichtige Hinweise:

Die Dosis macht das Gift

In den Studien konnte auch gezeigt werden, dass zu viele „Wirkstoffe“ aus dem Knoblauch auch gegenteilige Effekte, also negative Effekte haben können. Deshalb zwar regelmäßig essen, aber bitte nicht gleich mit der Menge übertreiben. Unser Ratschlag: pro Person 1 bis maximal 2 Zehen pro Tag, je nach Zubereitung und Garverfahren.

Knoblauch zerdrücken oder klein schneiden

Um die volle gesundheitliche Wirkung zu entfalten, müssen die Zellen des Knoblauches zerstört werden. Nur dann werden die tollen Wirkstoffe gebildet.

Was nicht riecht, hilft nicht

Die meisten der positiven Stoffe haben den typischen Knoblauchgeruch. Das bedeutet, wenn man den Knoblauch nicht deutlich schmeckt, dann bringt er auch nichts. Wir meinen, dass der Körpergeruch nach einer dezenten Knoblauchspeise heute keinen mehr großartig überrascht oder aufregt.


Wer Knoblauchzehen als Gemüsebeilage verspeisen möchte, der sollte die ganzen Zehen, in der Pfanne anbraten oder im Topf gar ziehen lassen. Dann entstehen kaum noch geruchsstarke Stoffe, denn die notwendigen „Enzyme“, die sie bilden können, werden dabei zerstört.

Ob der getrocknete „Chinesische Knoblauch“, der „Frische Knoblauch“ oder der allseits beliebte getrocknete „Lagerknoblauch“…. Ganz egal. In allen stecken die tollen Gesundheitsstoffe. Der „Chinesische“ ist einfacher zu schälen, weil er aus einer Knolle ohne Zehen besteht und schmeckt milder als der Lagerknoblauch. Den frischen Knoblauch, der nur saisonal angeboten wird, schnellstmöglich verarbeiten, sonst kann er schimmeln.  

Ihr Dr. Stephan Lück